#PERSONAL – Muss Liebe weh tun?

Jeder kennt sie, diese romantischen Komödien alá Cameron Diaz oder Drew Barrymore, in denen die Sache mit der Liebe irgendwie immer kompliziert ist: Zwei Menschen treffen und verlieben sich, dann verbockt es einer der beiden, derjenige fängt an um die andere Person zu kämpfen und schließlich weiß jeder: die beiden gehören zusammen und überwinden all ihre Probleme. Sie küssen sich, stimmungsvolle Musik setzt ein und der Film endet.

Inzwischen haben wir Liebe gleichgesetzt mit der Vorstellung, dass diese immer kompliziert und vor allem schmerzhaft sein muss. Wir alle sind schließlich alles andere als perfekt und genügend Gründe für jegliches unverschämtes Handeln gibt es sowieso: Vaterkomplex. Eine wirklich schlimme Kindheit. Geringes Selbstbewusstsein. Unsicherheit. Angst.
Wenn man nur lange genug sucht, stößt man auf tausend Gründe. Und was tun wir? Wir nehmen den Menschen noch in Schutz – obwohl er uns gerade weißgemacht hat, uns nicht zu lieben, obwohl wir doch was gaaaaaanz Besonderes sind.

Jetzt müssen wir uns nur ganz besonders stark anstrengen, ihn doch noch von uns zu überzeugen. In der Hoffnung, dass er sich am Ende doch für uns entscheidet. Denn irgendwann wird schon alles so richtig perfekt sein. Doch für den Sex reicht es natürlich auch jetzt schon. Schließlich lächelt er doch immer so nett und gestern war’s ja auch noch total schön zu zweit. Und wenn sich’s morgen nicht so gut anfühlt, auch nicht schlimm, denn für Liebe muss man ja schließlich kämpfen. Weil Liebe ja weh tun muss. Haben wir ja in dem Film gelernt.

Dabei muss sie das gar nicht. Was nämlich weh tut, ist, wenn man selbst darüber nachdenkt, wie ein gemeinsames Frühstück aussehen könnte, während er versucht, möglichst unauffällig die Wohnung zu verlassen. Was weh tut, ist, wenn man merkt, dass man den anderen vermisst, während der andere dich schon fast wieder vergessen hat. Was wirklich weh tut, ist hingehalten und benutzt zu werden. Was weh tut, ist von einer gemeinsamen Zukunft zu reden, die einer von beiden gar nicht in Erwägung zieht.

Wieso lässt man das mit sich machen? Und wo bleibt dabei die Liebe zu sich selbst?

 

If you find yourself constantly trying to prove your worth to someone you have already forgotten your value.

 

Vor der Liebe zu sich selbst, scheint oft die Rechtfertigung zu stehen. Die Rechtfertigung für Situationen, die doch eigentlich so eindeutig sind. Situationen, die förmlich schreien: Er steht einfach nicht auf dich! Doch wir sind uns sicher, dass er irgendwann schon erkennen wird, dass nicht nur Samstagnacht wunderschön ist, sondern auch der Sonntag, wenn er zum Frühstück bleibt und man zu einem gemeinsamen Sonntagsspaziergang aufbricht.

Wir wollen festhalten, damit sich der Schmerz wenigstens gelohnt hat. Und aufgeben ist ohnehin keine Option. Das wäre schließlich feige. Wir klammern uns an ein „Irgendwann“. Ein „Irgendwann“, dass es schon regeln wird, aber niemals kommt.

Ich verrate euch was: Liebe muss nicht weh tun, zumindest nicht die Liebe zu jemanden, der dich auch lieben will. An Samstagen, Sonntagen, Montagen und allen anderen Tagen. Und falls das nicht passiert? Dann behandele dich selbst so wie du es verdienst, mache deinen Wert nicht von einem anderen Menschen abhängig und lasse niemanden an dich heran, der dir nicht das Gefühl gibt, etwas ganz Besonderes zu sein.

 

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3 Comments

  • So war geschrieben nur lässt man sich doch leider viel zu oft versprachen und dann wundern sich die Männer warum wir Frauen schlecht vertrauen

  • Sehr gut geschrieben 🙂
    In Wahrheit weiss man es im tiefsten Inneren eh relativ schnell was Sache ist, es sich selbst einzugestehen ist das schwere. Der Grund warum man so leidet…

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