Travel Diary | Marrakesch

Marrakesch gilt als die rote Stadt Nordafrikas und hat eine Menge zu bieten. Zum einen wäre da die Nähe zum Hohen Atlas, die höchste Gebirgskette Marokkos, die Nähe zum Meer, die historische Altstadt „Medina“, die vielen wunderschönen und verträumten Riads, die unzähligen botanischen Gärten und nicht zu vergessen, die engen Gassen der Souks, die gerade zum Verlaufen einladen.

 

 

In Marokko und damit auch in Marrakesch erlebt man eine Kultur, die einem vom ersten Augenblick an komplett einnimmt und nicht mehr loslässt. Eindrucksvoll, intensiv und atemberaubend. Das ist Marrakesch.

 

Die beste Reisezeit

 

Marokko liebt die Extreme. Im Winter ist es sehr kühl und im Sommer sehr heiß. Daher sind die optimalen Jahreszeiten für eine Reise nach Marokko im Frühjahr (März bis Mai) oder im Herbst (September bis November).

 

 

Wir waren Mitte September für insgesamt 14 Tage in Marokko unterwegs und hatten perfektes Wetter. Untertags waren es um die 25 Grad, in der Nacht jedoch kühlte es merklich ab.

 

Was muss ich bei der Anreise nach Marokko beachten?

 

  • Kein Geld mitnehmen! In Marokko dürfen keinerlei Devisen ein- oder ausgeführt werden. Daher holt euch am besten Bargeld am Automaten vor Ort.
  • Drohnenverbot! Wir wurden mehrmals kontrolliert, ob wir auch wirklich keine Drohne im Gepäck haben. Drohnen werden ausnahmslos konfisziert – ganz egal, ob ihr eine Genehmigung habt oder nicht.
  • Maximal eine Kamera pro Person! Auch was Kameras angeht, sind die Marokkaner rigoros. Wenn ihr mehr als eine (große) Kamera mit euch führt, könnte es zu Schwierigkeiten kommen. Daher das Equipment besser aufteilen (insofern ihr mind. zu zweit reist).

 

Vom Flughafen in die Stadt

 

Um von Flughafen in die nur 6 Kilometer entfernte Medina zu kommen, könnt ihr (insofern ihr keinen Abholservice vom Hotel gebucht habt) entweder laufen (aber wer hat bei Hitze und Gepäck schon großartig Lust dazu?!) oder einfach auf öffentliche Verkehrsmittel wie den Bus oder das Taxi zurückgreifen. Wir haben stets auf letzteres zurückgegriffen, da es entspannter war und die Preise vollkommen im Rahmen lagen und auch hier das Handeln gern gesehen wird. Grundsätzlich gilt: immer einen Fixpreis vor der Fahrt vereinbaren. 80 – 100 Dirham sind hier realistisch.

Generell ist bei Taxifahrten auch zu beachten, dass die Taxis meist nicht bis vor das Riad fahren können, da die Straßen zu eng sind. Je nach Lage des Riads muss man also noch ein gutes Stück laufen.

 

 

Wenn ihr doch lieber mit dem Bus fahren möchtet, ist die Buslinie Nr. 19 für euch die richtige. Diese fährt für 30 Dirham vom Flughafen innerhalb von ca. 20 Minuten direkt zum Djemna el Fna, dem großen und bekannten Platz in der Medina.

 

Von A nach B in Marrakesch

 

In Marrakesch von A nach B zu kommen, funktioniert eigentlich nur auf eine Weise: zu Fuß. Die meisten Sehenswürdigkeiten befinden sich innerhalb der Medina und lassen sich daher auch bequem zu Fuß erreichen. Einzig und allein das Jardin Majorelle liegt weiter entfernt. Hier greift ihr am Besten auf einen der zahlreichen Busse zurück. Eine Busfahrt kostet etwa 40 Dirham, was etwa 0,40 Euro entspricht. Die Bustickets könnt ihr bequem beim Busfahrer kaufen.

 

Unterkünfte in Marrakesch

 

In Marrakesch kann man sehr günstige und schöne Unterkünfte (die sogenannten Riads) finden, jedoch auch sehr teure und exklusivere. Wir haben uns die ersten beiden Nächte für das bekannte und exklusivere Riad Jardin Secret inmitten der Medina entschieden, welches mit umgerechnet 150 Euro/Nacht zu Buche geschlagen hat. Auch wenn das Riad Jardin Secret zu den teureren Riads in Marrakesch gehört, waren wir hellauf begeistert. Qualität hat halt ihren Preis – auch in Marrakesch.

 

 

Direkt bei Ankunft haben wir uns gefühlt wie im Garten Eden, die Mitarbeiter waren super freundlich, das Frühstück unfassbar lecker und liebevoll dekoriert und das gesamte Riad, als auch die Zimmer waren sehr sauber. Einziges Manko: es gab keine Klimaanlage, daher war es nachts sehr heiß in dem kleinen Zimmer.

 


 

Für die letzten drei Tage haben wir uns für das Riad Tamarrakecht entschieden, welches auch super zentral liegt und sogar klimatisierte Zimmer hat. Das Riad Tamarrakecht hat im Vergleich zum Riad Jardin Secret „nur“ knapp die Hälfte gekostet (also ca. 80 Euro), allerdings hat man das auch an vielen Ecken gemerkt. Die Zimmer waren zwar sauber, aber das Essen war nicht wirklich gut, das Personal freundlich, aber tendenziell eher etwas „faul“ und der Pool hatte sicherlich auch schon bessere Tage gesehen. Daher waren wir von diesem Riad eher enttäuscht.

 

 

Good to know

 

  • Dresscode: In Marrakesch gehört es sich als Frau Knie und auch die Schultern bedeckt zu halten – egal, wie warm es ist. Wenn ihr diese Regel missachtet, werdet ihr an jeder Ecke mit bösen Blicken verachtet und verhöhnt. Also bitte habt Respekt vor den Kulturen der Marokkaner und missachtet diese nicht.
  • Hilfe ist nicht umsonst! Die Marokkaner sind sehr freundliche und hilfsbereite Menschen, allerdings nicht für lau. Wenn euch jemand den Koffer oder anderes schweres Gepäck abnehmen oder euch den Weg zeigen will, müsst ihr immer damit rechnen, dass er nach der guten Tat Geld dafür haben möchte.
  • Tierquälerei: Auf dem berühmten Platz Djemna el Fna, der Dreh- und Angelpunkt der Stadt, gibt es viele Straßenhändler und Gaukler, die Schlangen beschwören und Äffchen Kunststücke aufführen lassen, um mit ihnen Touristen anzulocken. Seid euch bewusst, dass ihr dieses niemals unterstützen solltet, denn es handelt sich hierbei um nichts anderes als reine Tierquälerei. Und die hört erst auf, wenn die Menschen sich für solche Attraktionen nicht mehr interessieren.
  • Vorsicht bei Fotos! Gerade von den Schlangenbeschwörern etc. solltet ihr auf keinen Fall Fotos machen. Wenn sie nämlich sehen, dass ihr sie fotografiert habt, wollen sie schnell viel Geld für das Foto. Also besser der Kamera in solchen Momenten eine Pause gönnen. Tierquälerei will ohnehin niemand sehen.
  • Leitungswasser ist Tabu! Ihr solltet auf keinen Fall das Wasser aus den Leitungen trinken, da ihr sehr schnell gesundheitliche Probleme bekommen könntet. Das Gleiche gilt ebenso für Fleisch, Fisch etc., welches euch in den Souks und auf den Straßen angeboten wird. Unsere europäischen Mägen sind diese Art von Essen nicht gewöhnt und die hygienischen Standards (wenn man diese überhaupt als solche bezeichnen kann) sind eher fragwürdig. Also: Finger weg!
  • Handeln erwünscht: Die Souks sind inzwischen sehr touristisch und natürlich werden dann auch sehr hohe Preise aufgerufen. Deshalb: Handeln! Handeln! Handeln! Wer es nicht tut, gilt sogar als unhöflich.
  • Mopeds haben Vorfahrt; alles andere tut weh! 😉 Auch wenn die Gassen in den Souks sehr eng und voll sind, hält das die Marokkaner nicht davon ab mit Mopeds, Eselkarren und dem halben Hausstand durch die Gassen zu tingeln. Also: Vorsicht!
  • Made in China: Wie in anderen Städten, findet man auch in Marrakesch an vielen Stellen die gleichen Artikel, die von Händlern angeboten werden. Ob es sich hierbei immer um marrokanische Handarbeit handelt, darf bezweifelt werden.

 

What to do in Marrakech

 

In Marrakesch gibt es eine Menge zu entdecken und zu bestaunen. Vom ersten Moment an waren die verschiedenen Eindrücke atemberaubend (im wahrsten Sinne des Wortes, denn auch die damit verbundenen Abgase und Gerüche sind in Marrakesch nicht zu unterschätzen). Es sind die vielen Farben, die lebendigen Geräusche und nicht zuletzt die Menschen, die eine ganz besondere Atmosphäre schaffen, die man erlebt haben muss. Nichtsdestotrotz sind auch die vielen Sehenswürdigkeiten, die Marrakesch zu bieten hat, nicht von der Hand zu weisen. Meine „What to do“-Favoriten von unserer Reise findet ihr hier:

Le Jardin Secret

Das Le Jardin Secret ist ein traumhaft schöner, liebevoll angelegter Garten, der zum Verweilen einlädt. Bei einer Tasse marokkanischem Tee (oder marokkanischem Kaffee) kann man die Hektik der überfüllten Gassen der Medina vergessen und sich der strahlenden Schönheit des botanischen Gartens hingeben.

 

 

Le Jardin Majorelle

Der Garten Le Jardin Majorelle wurde 1980 von keinem geringeren als Yves Saint Laurent und dessen Lebensgefährten Pierre Bergé gekauft und umständlich restauriert. Nach seiner Fertigstellung diente der Garten Yves Saint Laurent als Inspiration für seine ausgefallenen Modekreationen. Die vorherrschenden Farben im Le Jardin Majorelle sind blau, orange und gelb. Der Garten beherbergt auch das YSL Museum, welches u. a. Modekreationen aus der Schöpfung Yves Saint Laurents zeigt, als auch sein Leben im Gesamten darstellt.

 

 

Maison de la Photographie

Als passionierte Fotografin musste ich natürlich auch unbedingt im Maison de la Photographie vorbeischauen. Das Museum zeigt in erster Linie historische Photographien verschiedener Künstler aus 1850 bis 1950. Die Motive zeigen marokkanische Szenen, Landschaften und Landsleute. Super interessant!

 

 

Souks

Die Souks gelten als der größte Basar Afrikas. Durch die Souks führen zahllose, enge Gassen. Wir haben uns regelmässig wie in einem Labyrinth gefühlt, in dem wir uns auch mehr als einmal verwirrt haben. Selbst Google Maps konnte uns manchmal bei der Orientierung nicht helfen, da das GPS Aussetzer hatte. Daher besser vorher eine digitale Straßenkarte auf das Handy laden, mit der man notfalls navigieren kann. Ansonsten gilt: Nachfragen! Die freundlichen Marokkaner helfen gerne weiter und weisen euch den Weg zu den großen Plätzen. Ob dieser Weg jedoch am Ende der direkte ist oder eher am Geschäft des Bruders vorbeiführt, ist eine andere Frage. 😉

 

 

Dennoch: Ein Besuch der Souks ist ein absolutes Muss, wenn ihr nach Marrakesch reist. Männer in Djellabahs sitzen auf dem Boden und präsentieren ihre selbst gebastelte Handwerkskunst, bestehend aus Teppichen, selbst geflochtenen Körben und Eisenwaren. Auch Gewürze, Nüsse, marokkanische Speisen und Süßwaren bekommt man in den Souks zur Genüge. In den schmalen engen Gassen heizen zu jeder Zeit Mopeds, die zum Teil auch schon bessere Zeiten gesehen haben. Alles in allem führen die verschiedenen Gerüche zu einem absoluten Fest der Sinne – sowohl im positiven als auch negativem Sinne. An einigen Stellen konnte ich nur noch durch das Zuhalten der Nase die verschiedenen Gerüche ertragen. Für geruchssensible Menschen könnten die Souks daher zu einer echten Herausforderung werden.

Glamping Auszeit in der Wüste

So ziemlich jeder Marrakesch-Besucher wünscht sich eine romantische Nacht unterm Sternenhimmel in der Wüste. Schließlich liegt die Sahara ja auch quasi um die Ecke? Naja, wenn wir ganz ehrlich sind: so einfach ist das nicht. Das mussten auch wir feststellen, denn wer einen Ausflug in die Sahara machen möchte, der muss mindestens 8 Stunden Zeit einplanen, um überhaupt in die Nähe der Sahara zu kommen. Gerade hinsichtlich des immensen Zeitfaktors, lohnt sich der Aufwand oft nicht. Da ich aber trotzdem unbedingt einen Wüstenausflug machen wollte, haben wir eine super Alternative gefunden: Die Agafay-Wüste, welche nur 45 Minuten von Marrakesch entfernt liegt.

 

 

Ursprünglich wollten wir in das SCARABEO-Camp, jedoch war dieses zu diesem Zeitpunkt komplett ausgebucht und wir mussten auf das Agafay Desert Luxury Camp umswitchen. Klingt jetzt erstmal nicht schlecht, allerdings gab es viele Kleinigkeiten, die alles andere als „luxury“ waren. Die Wege im Camp waren teilweise unfertig, Stufen abgebrochen, der Service miserabel und auch der Pool war noch eine halbe Baustelle. Unter „Luxury Camp“ verstehe ich da einfach etwas anderes.

Zu der Übernachtung in den Zelten kann ich leider nichts sagen, da auch das Agafay Desert Luxury Camp für eine Übernachtung ausgebucht war und lediglich für einen Tagesaufenthalt besucht werden konnte. Was wir letztlich taten. Die Kosten hierfür lagen bei etwa 100 Euro pro Person und inkludierten die An- und Abreise, den Tag im Luxury-Camp, Kamel-Reiten in der Wüste (welches wir ausfallen ließen, da wir dies nicht unterstützen wollten), sowie ein Abendessen. Getränke wurden separat vor Ort bezahlt.

 

 

Auch wenn wir den Preis alles andere als gerechtfertigt fanden, hat sich der Tag dennoch für uns gelohnt. Wir konnten viel fotografieren und Content produzieren und nebenbei eine Auszeit vom hektischen Marrakesch am Pool genießen.

Tipp: Wenn ihr einen Wüsten-Trip plant, dann versucht direkt einen Aufenthalt im SCARABEO-Camp mit mind. einer Übernachtung zu buchen, denn von diesem Camp habe ich bislang nur Gutes gehört.

 


 

Food & Drinks in Marrakech

 

Nomad| 1 Derb Aarjane

Das Nomad ist eine Bar mit Dachterrasse inmitten der Souks. Wir waren insgesamt dreimal (!) hier, weil das Essen und auch die Getränke so so gut waren.

Le Jardin | 32 Souk Jeld Sidi Abdelaziz

Das Le Jardin ist ein wunderschönes, eher schickeres Restaurant inmitten eines grünen Innenhofs und Terrasse. Unbedingt vorher online reservieren!

Café des Espices | 75 Derb Rahba Lakdima

Das Cafe des Espices hat denselben Besitzer wie das „Nomad“ und das „Le Jardin“. Das Essen ist in Ordnung, aber lange nicht so gut wie im Normand und Le Jardin.

Le Salama | 40 Rue des Banques

Das Le Salama ist eine Sky Bar mit typisch marokkanischen Köstlichkeiten – unbedingt probieren!

Le Trattoria | 179 Rue Mohammed el Beqal

Das Le Trattoria ist ein exklusives italienisches Restaurant inmitten der Medina. Nicht nur das Essen ist dort fantastisch, auch das ganze Interieur mit dem Flair aus 1001 Nacht. Ein echter Hingucker!

Fine Mama | 89 Passage Prince Moulay Rachid

Das Fine Mama ist ein 3-stöckiges Restaurant mit einer wunderschönen, gemütlichen und vor allem ruhigen Dachterrasse. Das Essen ist fantastisch, das Personal sehr freundlich und das Preis-/Leistungsverhältnis unübertrefflich!

Dar Diafa | 16 Derb Jdid

Das Dar Diafa gehört zu den teuersten marrokkanischen Restaurants, die wir besucht haben. Dafür ist es aber auch sehr exklusiv und beeindruckt mit einem unglaublichen Interieur. Marokkanische Gastfreundschaft wird hier großgeschrieben.

 

 

Persönliches Fazit

 

Ich muss sagen, ich bin begeistert von Marrakesch und für uns haben sich die fünf Tage in der Medina auch absolut gelohnt. Allerdings muss ich auch sagen, dass fünf Tage schon fast zu viel waren, da Marrakesch selbst einfach sehr laut, dreckig, hektisch und geruchsintensiv ist. Gerade wenn man das nicht gewöhnt ist, kann die Stadt einem auch schnell zu viel werden. Meiner Meinung nach sind zwei bis max. drei Tage in Marrakesch vollkommen ausreichend.

 

 

Wie hat euch Marrakesch gefallen? Habt ihr weitere Geheimtipps?
Schreibt es mir gerne in die Kommentare! ♥

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